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Schramberg-Waldmössingen

Teilstrecke Kinzigtalroute

RÖMISCHES



KASTELL WALDMÖSSINGEN

Bereits im 19. Jahrhundert durch die Reichs-Limes-Kommission kartiert, ist der Kastellplatz Waldmössingen heute einer der wenigen, die nicht inzwischen überbaut und unter neuzeitlicher Bebauung verschwunden sind. Das archäologisch wertvolle Gelände ist heute als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen.

Das vermutlich um 75 n. Chr. unter Kaiser Vespasian gegründete Kastell liegt auf dem Schafbühl, einem spornartigen Geländevorsprung oberhalb eines wichtigen Kreuzungspunktes der Kinzigtalstraße. Diese wurde unter Gnaeus Pinarius Clemens in den Jahren 73/74 n. Chr. erbaut und führte von Straßburg über Offenburg entlang der Kinzig, über die Passhöhe am Brandsteig (Gemeinde Rötenberg), nach Waldmössingen und von dort weiter über Rottweil an die Donau bei Tuttlingen. Abzweigungen führen von Waldmössingen aus in nördlicher Richtung zum neckarabwärts gelegenen Kastellplatz Sulz und nach Osten in Richtung Alb. Im Bereich der Straßenkreuzung entwickelte sich ein Kastelldorf.

Aufgegeben wurde das Kastell wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Limesausbau unter Traian ca. 105/110 n. Chr., während das Kastelldorf noch bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts in bescheidenem Umfang weiterexistierte. Haupteinnahmequelle waren nun vermutlich die Reisenden, privaten Händler oder Heereslieferanten, die auf ihren Weg vom oder ins Oberrheintal weiterhin an Waldmössingen vorbeikommen mussten.

Das Kastell selbst besitzt mindestens eine Holz- und eine Steinperiode. Mit einer Innenfläche von ca. 2 ha bot es theoretisch Platz für eine Kohorte aus Fußsoldaten (ca. 480 Mann). Wie andere Anlagen aus der Frühzeit der Okkupation passt sich das Militärlager mit seiner Gestalt der Geländeform an. Eine 2016 durchgeführte geophysikalische Prospektion konnte das Bild des Kastells vervollständigen. Belegt sind die Wehrmauer mit Eck- und Zwischentürmen und vorgelagertem Graben sowie vier Kastelltore. Im Inneren zeichnen sich der Zentralbau der Kommandantur (principia), im Vorderlager wenige Mannschaftsbaracken und Wirtschaftsbauten wie Werkstätten oder Speicher ab.

Wenn auch kaum reguläre Ausgrabungen im Bereich des Kastells durchgeführt wurden, so gibt es doch einige bemerkenswerte Funde wie beispielsweise zwei Zaubertäfelchen aus Blei. Eines enthält eine Verwünschung gegen den Dieb einer Fibel, das andere einen Liebeszauber. Ganz aktuell ist der eindrucksvolle Fund der „Medusa aus Waldmössingen“, ein Fragment eines Glasgefäßes aus der Römerzeit.

Der bereits 1975 untersuchte südöstliche Eckturm des Steinkastells wurde an Ort und Stelle vom Waldmössinger Förderverein zur Heimatpflege wiedererrichtet und ist heute das Wahrzeichen der Gegend. Nach aktueller Einschätzung ist der Nachbau allerdings zu niedrig ausgefallen. Das Original dürfte ein Stockwerk höher gewesen sein und könnte oben eine offene Plattform gehabt haben.
Momentan wird der Innenraum des Kastellturms durch wechselnde Ausstellungen von Frühjahr bis Herbst bespielt.


Römerkastell Waldmössingen
Weiherwasenstraße
78713 Schramberg-Waldmössingen

Information:
Tourist Information Schramberg
Hauptstraße 25
D - 78713 Schramberg

Tel.: +49 (0)7422 29215
info(at)schramberg.de
www.schramberg.de

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