Römische Strassen

Ein gut ausgebautes Straßennetz war unabdingbare Voraussetzung für die Organisation, Verwaltung und Versorgung des riesigen römischen Reiches. Der Befehl zum Bau einer Straße ging in der Regel auf staatliche Initiative zurück. Die Ausführung lag in den Händen von Soldaten oder den anliegenden Gemeinden. Um diese Straßen so bequem wie möglich zu gestalten, wurde das Gelände oftmals eingeebnet und begradigt. Über Täler wurden zum Teil Brücken errichtet, sogenannte Viadukte, die großartige Meisterleistungen der Ingenieurstechnik sind. War keine Brücke vorhanden, führte die Straße durch eine Furt oder ein Fährdienst wurde eingerichtet.

Der Straßenkörper selbst bestand aus einem soliden Fundament aus größeren Steinen. Darauf brachte man Schichten aus feinerem Kies auf. Bei wichtigen Straßen oder auch innerhalb von Gemeinden konnte darauf noch eine Pflasterung aus großen, unregelmäßigen Steinplatten liegen. Die Straßen waren, wie heute auch, leicht gewölbt um das Regenwasser in die zu beiden Seiten befindlichen Straßengräben abzuleiten. An wichtigen Straßen befanden sich Straßenstationen (mansio/mutatio). Diese waren mit Soldaten besetzt, die den Verkehr kontrollierten, Straßenschäden weitermeldeten oder auch behoben und für Kuriere Pferde zum Wechsel bereithielten.

In regelmäßigen Abständen waren entlang der Straßen sogenannte Meilen- oder Leugensteine aufgestellt. Darauf befanden sich Inschriften mit Entfernungsangaben zu den nächsten Siedlungen und Informationen über den Erbauer oder Wiederhersteller der Straße. So trugen die wichtigsten Fernhandelswege auch den Namen des Erbauers wie die Via Claudia Augusta, nach dem Kaiser Claudius benannt, die von Norditalien über die Alpen nach Augusta Vindelicum (Augsburg) führte, der Provinzhauptstadt Rätiens.